2018, ein Rekordjahr

Der gut beregnete Winter brachte dieses Jahr tiefe Temperaturen bis Anfangs April und schützte kontinuierlich die Reben vor dem Erfrieren.

Im Frühling wechselte das Wetter vollkommen und in unglaublicher Geschwindigkeit, brachte Wärme und Trockenheit und ermöglichte den Reben, sich schnell und ohne Krankheiten zu entwickeln.

Die Rebstöcke, mit ihrer Tiefe der Wurzeln, litten kaum unter der Hitze und der Trockenheit des Sommers, was auch zu der frühzeitigen Traubenlese, ab dem 10. September, führte.
Die Zuckerraten haben den Rekord geschlagen, trieben uns zur schnellen Ernte des Pinot und des Traminers, da ein steigender Traubenzucker im Verhältnis zur spontan natürlichen Hefekultur verhindert werden musste.

Zu unserer grössten Freude wurde die reichhaltige Traubenmenge, die nach der massiven frostreichen Missernte im vergangenen Jahr 2017 umso mehr Geltung erlangte.

2018 wird in jeder Hinsicht ein grosses Jahr, insbesondere für die Chasselas und die roten Spezialitäten.

2017, Frostschaden

Durch den milden Winter und Frühlingsbeginn begann die Vegetation in den Rebbergen frühzeitig. Mit einem seit mehr als 50 Jahren nie dagewesenen Frost machte der 20. April 2017 alles zunichte. Eine starke Bise, verbunden mit einem leichten Eisregen und der klare Himmel in den Morgenstunden genügten, um die frischen Knospen zu vernichten. 70% der neuen Triebe wurden in einer Nacht Opfer des Frostes. Nach drei Wochen des langen Wartens setzte die Vegetation wieder ein und die Reben begannen, wenn auch etwas verspätet, wieder zu spriessen. Dank dem warmen, trockenen Klima zum Frühlingsende und während des Sommers konnten sich die neuen Knospen entwickeln, blühen und bereits einige Früchte bilden. Dank dem einzigartigen Herbst, entwickelte sich die kleine Ernte zu unserem grossen Erstaunen zu einer wunderbaren Reife. Mit einer Ernte von nur 60% wird der Jahrgang 2017 in die Geschichte eingehen. Er wurde nicht nur durch Frost geprägt, sondern auch durch die klimatischen Verhältnisse des heissen Sommers.

2016, Ein kühles Jahr

Nach einem milden Winter, folgt sehr spät (am 27. April) einen heftigen Frost. Die bedeutendste eisige Kälte, die seit 40 Jahren nicht mehr so tief gemessen wurde. Glücklicherweise, war der Schaden klein, nur wenige kleine Rebstöcke. Die darauf folgende Monate Mai und Juni waren sehr reich an Niederschlägen. Dieser grauenhafte Frühling trug zahlreiche Probleme mit sich. Der Zugang zu den Reben wurde erschwert, die Behandlungen schier unendlich und eine massive Mehltau Attacke, die einen fast untragbaren Druck der Krankheit mit sich trug und mehrere Trauben befiel. Die Sonnentage treten erst Mitte Juli ein und sind sehr willkommen! Das schöne Wetter dauert bis zur Reifung der Beeren an. 2016 hätte durchaus als Katastrophen Jahr bezeichnet werden können. Der unerwartete „Nachsommer“ schenkte uns eine späte Ernte, die aber mit guten Verhältnissen endete. Die Säfte „ohne Besonderheiten“, hätte man denken können, erwiesen sich als intensive Weine während der Vinifikation. Um die Qualität hätte man sich Sorgen machen können, letztendlich verblüfft sie uns!

2015, Es gibt einen solchen Jahrgang nur einmal pro Generation !

Der Winter war erstaunlich mild und trocken im Vully. Im Mai fielen zahlreiche lang andauernde Regenfälle, die den Seespiegel stark ansteigen liessen. Der Frühling endete trocken und es folgte ein heisser Sommer. Durch diese klimatischen Bedingungen wurden die Rebstöcke grösstenteils von Krankheiten verschont, die jungen Reben litten aber unter dieser Trockenheit. Während der Blütezeit herrschten, im Vergleich zu einem klassischen Zyklus, gute Bedingungen mit einem Entwicklungsvorsprung. Die Hitzetage dauerten bis Ende Juli an, begleitet von einer extremen Trockenheit. Erst anfangs August gab es wenige Niederschläge. Der zehntägige Vorsprung und das Reifestadium der Trauben verhiess eine vielversprechende Qualität für die kommende Ernte trotz eines schwächeren Ertrages, bedingt durch den trockenen Sommer. Offen gesagt kann das Jahr 2015 als einmalig bezeichnet werden, gibt es einen solchen Jahrgang nur einmal pro Generation. Einen unvergleichlichen Gehalt an Zucker mit einer angenehmen Säure und dazu ein aussergewöhnlich voller Geschmack. Die einzige Schattenseite dieses hervorragenden Weinjahres: Ernteverluste in Höhe von 20 Prozent. Damit musste man rechnen …

2014, Quantitativ und qualitativ ein Durchschnittsjahr

Auch im Vully war der Winter mild und schneearm. Bereits im April stiegen aber die Temperaturen an und beschleunigten die Entwicklung der Reben. Ein kühler, nasser Mai dämmte jedoch das Wachstum wieder ein. Anfangs Juni begann bei trockenem Wetter die Blütezeit. Die Sonnenwende brachte eine Regenperiode, welche in unserer Region während 3 Wochen andauerte und uns einen Feind in die Rebberge brachte: den Meltau. Mit wechselhaftem Wetter und nur wenig Sonne warteten Juli und August auf. Wir mussten den September abwarten um endlich mit schönen Tagen verwöhnt zu werden. Kurz vor Erntebeginn tauchte in den Rebbergen eine bisher unbekannte Fliege mit dem Namen Drosophyla Suzukii auf, welche vorwiegend die Pinot noir-Reben befiel und dort Schäden anrichtete. Dies bedeutete eine vorsichtige, aufwendige Ernte, da alle befallenen Traubenbeeren sorg-fältig entfernt werden mussten. Schlussendlich können wir uns aber über eine quantitativ mittelmässige Ernte mit einer erfreulichen Qualität, sowohl für die Weiss- als auch für die Rotweine, freuen. Die fruchtige Reife zeigt sich in allen Fässern. Es beginnt die sorgfältige Pflege im Keller: Gärung mit natürlichen Hefen und möglichst wenig Eingriffe in die Natur. So entstehen die grossen, gehaltvollen Weine, wie Sie sie als logische Folge von unserem Keller erwarten.

2013, Erneut ein kühles, nasses Jahr!

Auf den strengen, langen Winter folgte ein nasses, kaltes Frühjahr. In den Rebbergen setzte die Vegetation erst mit zwei Wochen Verspätung ein. Mai und Juni brachten keine grosse Besserung, was ebenfalls eine Verspätung der Blüte zur Folge hatte. Vom Hagelschlag Ende Juni wurden unsere Reben nur am Rande betroffen, während andere Weinregionen sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dank dem trockenen, warmen Klima nach der Sonnenwende, konnten die Reben den Rückstand etwas aufholen. Auch konnte den durch den nassen Frühling begünstigten Krankheiten etwas Einhalt geboten werden. Fast rekordverdächtig mutete der trockene Juli an, und man glaubte doch noch an einen schönen Sommer. Der Herbst brachte jedoch die Nässe zurück und leistete der abzusehenden verspäteten Ernte Vorschub. Mit einer Einbusse von 25% waren die Erntemengen noch kleiner, als nach der schlechten Blüte vorauszusehen war. Am 15. Oktober begann der Leset mit einer Verspätung von zwei Wochen gegenüber einem normalen Jahr. 2013 war der Leset einer der Schwierigsten der letzten zehn Jahre. Um einen optimalen Reifegrade der Früchte zu erreichen, musste auf fast allen Parzellen mit Unterbrüchen geerntet werden. Schlussendlich konnte eine kleine Ernte von jedoch gut gereiften Früchten eingebracht werden. Viele Risiken und Unannehmlichkeiten mussten wir auf uns nehmen, um von jeder Parzelle Trauben mit einem optimalen Reifegrad ernten zu können. Die Arbeit hat sich gelohnt, die Weine sind ausgesprochen frisch und fruchtig. Ein knackiger, süffiger Jahrgang!

2012, ein nasses, kaltes Jahr

Dezember und Januar 2012 waren nicht gerade winterlich. Dafür machte der Februar dem Winter alle Ehre: Kälte und Frost hielten Einzug. Die drei ersten Monate des Jahres 2012 waren eher trocken. Dafür überraschten uns April und Mai nochmals mit Kälte und grosser Feuchtigkeit. Diese Wetter-bedingungen begünstigten in den Rebbergen Krankheiten und Pilzbefall, was – insbesondere beim biologischen Anbau – für uns einen grossen Mehraufwand bedeutete. Durch das feuchte und kalte Wetter setzte die Blütezeit erst Mitte Juni ein. Die Befruchtung liess auf sich warten und war ungewiss. Glücklicherweise machte das Wetter in der zweiten Julihälfte vieles wieder gut. Der Mehltau wurde besiegt und der Reifeprozess schritt gut voran. Leider wartete der August nebst Hitze- auch immer wieder mit Regentagen auf. Der September bescherte uns ein Wechselbad von Trockenheit und Feuchtigkeit. Der Leset dauerte einen ganzen Monat und stellte unsere Nerven auf eine harte Probe. Der Reifegrad der Trauben entsprach zwar nicht den Vorjahren, war aber gut. Den Winzern wird das Jahr 2012 als äusserst schwieriges Jahr in Erinnerung bleiben. Wir haben das Risiko einsetzender Fäulnis auf uns genommen und zugewartet, bis die Früchte den optimalen Reifegrad erreicht hatten. Der ausgezeichnete Traubensaft gab uns Recht und liess die Ernteeinbusse von ca. 10% schnell vergessen.

2011, mildes Frühjahr, frischer Sommer und trockener Herbst

Der Winter hielt früh Einzug und wartete bereits im November mit Frost auf. 2011 startete mit mildem, trockenem Wetter. April und Mai stellen punkto Trockenheit und Wärme einen Rekord seit Messungsbeginn auf. Am 25. Mai, etwa drei Wochen früher als üblich, zeigten sich bereits die ersten Blüten. Ein extremer, noch nie dagewesener Vorsprung auf die Vegetation. Im Juli dämmten Kälte und Niederschläge den Vorsprung wieder etwas ein. Ab Mitte August schnellte das Thermometer in die Höhe. Eine Trockenperiode hielt Einzug, die bis zum Abschluss der Ernte, welche zehn Tage früher als üblich begann, andauerte. Bei anhaltend trockenem, warmem Wetter herrschten ideale Erntebedingungen. Sonnenverwöhnt, reich an Aromen und Tanninen und mit einem idealen Reifegrad wurden die Früchte geerntet. Wir erwarten nicht mehr von der Natur, sie hat uns mehr als verwöhnt! Auch die Messungen der Oechslegrade trugen zu unserem Glück bei. Der Chasselas zeigte über 75°Oe, der Pinot noir sogar 99°Oe. Mengenmässig lagen die Ernten etwas über denjenigen von 2010.

2010, kaltes Frühjahr, warmer Sommer und sonniger Herbst

Das neue Jahr startete mit einem echten Winter; Schnee und Kälte waren an der Tagesordnung. Im April kehrte dann aber endlich die Sonne zurück und leistete damit der Vegetation Vorschub. Mai und Juni präsentierten sich kühl und regnerisch und trugen nicht gerade zu einer gefreuten Blütezeit bei. Der Pinot noir liess eine kleine Ernte erahnen. Spärlich war das Ausmass der Blüten auch beim Traminer (anfangs Sommer sagte man eine sehr kleine Ernte von max. 300g/m2 voraus). Ende Juni lagen die Rebberge in ihrer Entwicklung bereits 10 Tage zurück. Wir waren nicht begeistert! Der Juli brachte die Wende! Die wunderschönen, heissen Tage liessen die Reben ihren Rückstand schnell wieder aufholen. Das Augustwetter war so-so-la-la, aber der September mit seinem Indian Summer zeigte einmal mehr, dass das Wetter des letzten Monats vor der Ernte für deren Qualität massgebend ist. Wir freuten uns über die schöne Reife, welche uns das sonnige, trockene Wetter bescherte! Während des Sommers haben wir uns entschieden, die Erntemengen drastisch zu reduzieren und nur beste Früchte zu ernten. Nur mit kleinen Erntemengen können wir einem Qualitätsanspruch wie demjenigen des Jahrgangs 2009 gerecht werden. Der langen Rede kurzer Sinn: 2010 – ein relativ normales, klassisches Jahr für den Winzer. Vor Hagelschlag wurden wir glücklicherweise auch in diesem Jahr verschont. Die schwierige Blütezeit und der Entscheid zu einer reduzierten Ernte führten zu einem quantitativ kleinen Ertrag. Wir können aber Weine von einer Qualität, welche unsere Erwartungen erfüllt, anbieten.

2009, trockene Jahreszeiten, maximaler Reifegrad

Ich kann mich nicht erinnern, ein besseres Winzerjahr als 2009 erlebt zu haben! Einem harten Winter mit Schnee im Überfluss und eisigen Temperaturen folgte ein April, der die Natur wieder aufleben liess. Der wunderschöne April (immer willkommen) und der aussergewöhnlich trockene Mai liessen den Frühling in seiner ganzen Pracht erstrahlen. Zu unserer grossen Freude begann die Blütezeit bereits in den ersten Junitagen und kündigte eine frühe, quantitativ gute Ernte an. Durch die Trockenheit wurden auch Krankheiten massiv eingedämmt. Der Juli präsentierte sich dann doch etwas feuchter und mit etlichen kleinen Regenperioden. Durch die Hitzeperiode, welche Mitte August einsetzte, wurde der Reifeprozess nochmals ganz wesentlich beschleunigt. Da sich eine übermässig grosse Ernte ankündigte waren wir Ende Juli/anfangs August gezwungen, die Reben ganz massiv – manchmal bis um 2/3 – auszulichten. Vor Hagelschäden blieben wir verschont, nahe unserer Grenze machten die Hagelzüge Halt………. Die Reife setzte etwa 10 Tage früher ein. Alles zu einer denkwürdigen Lese war somit bereit! Der Rest ist ihnen bekannt: Eine Traubenernte der Superlative! Die alten Winzer erinnern sich ins Jahr 1949 zurück, um ein vergleichbares Weinjahr zu finden. Durch die trockene Wetterlage von Ende Saison fiel die Ernte etwas kleiner aus, mit 750 gr/m2 jedoch ideal für ausdrucksvolle Weine. Ein Traumjahrgang für Winzer und Oenologen! Verblüffend war auch der Zuckergehalt: Pinot gris 97°, Traminer 98° und ein Mittel von 101° beim Pinot noir. Dies bedeutet eine Steigerung um 10° zu den normalen Jahren und sogar um 5° zu den grossen Weinjahren. Aber der Zuckergehalt ist nicht alles! Ebenfalls wichtig ist der Säuregehalt, und auch dieser war 2009 vorhanden. Die Früchte entwickelten sich bei trockenem Wetter, und so verschwand die Säure nicht, wie dies im 2003 geschah, als sie durch die Sonne buchstäblich verbrannt wurde.